Probefahrt – einen Schritt näher zum Traumauto

Du bist auf der Suche nach einem neuen Auto oder hast dich vielleicht schon für dein Traumauto entschieden? Oder stehen noch mehrere Autos zur Auswahl und du müsstest austesten, welcher Wagen das perfekte Auto für dich ist? Dann vereinbare ganz einfach einen Termin für eine Probefahrt, um das Traumauto für dich zu finden. Es ist keine Pflicht, aber in Deutschland hast du die Möglichkeit, dein zukünftiges Auto auf Herz und Nieren zu testen, bevor es dein Eigentum wird. Dabei ist es egal, von welchem Fahrzeugmodell wir sprechen. Es geht darum, einen kompletten Test durchzuführen und eine für dich typische Autofahrt zu simulieren. So eine Probefahrt ist mittlerweile nicht nur ein 10-minütiger Check des Wagens, sondern ein wichtiger Bestandteil beim Autokauf. Wir zeigen dir, was du vor, während und nach der Probefahrt beachten solltest und wie du vor allem mit Schäden umgehst, die während der Fahrt entstehen könnten.

Auto bei Sonnenuntergang auf der Straße
© adrian-bar/unsplash

Lesedauer: 8 Minuten

Checkliste für die Probefahrt

Heutzutage kannst du dich im Internet sehr ausführlich und schnell zu den Themen Autosuche, Probefahrt und Autokauf informieren. Was du online jedoch nicht machen kannst, ist nun mal die Probefahrt – ein wichtiger Schritt, den du beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens nicht auslassen solltest. Außerdem ist Auto nicht gleich Auto. Bei einem Termin für eine Probefahrt testest du das Auto nicht nur beim Fahren, sondern hast auch die Chance, dem Verkäufer möglichst viele Fragen zur Ausstattung, zum Modell und zum Fahrzeug im Allgemeinen zu stellen.

Vor der Probefahrt

Bevor es also zum konkreten Termin im Autohaus oder beim Gebrauchtwagenhändler kommt, an dem du die Testfahrt mit deinem möglicherweise neuen Auto machen kannst, solltest du dich schon einmal um folgende Punkte kümmern, so dass du am Tag selber bestens vorbereitet bist:

  • Vergiss wichtige Dokumente wie deinen gültigen Führerschein und Personalausweis nicht.
  • Formuliere deine eigenen Bedürfnisse (maximaler Preis, Verbrauch, Fahrleistungen...).
  • Suche dir mindestens drei unterschiedliche Fahrzeuge aus, um einen Überblick über den Automarkt zu erhalten und verschiedene Marken vergleichen zu können.
  • Mache den Termin für die Probefahrt möglichst unter der Woche und nicht am Wochenende.
  • Überlege dir schon vorher eine passende Route für deine Testfahrt, so dass du sowohl einen Abschnitt auf der Autobahn, ein bisschen Landstraße und auch die Fahrt durch den Stadtverkehr ausprobieren kannst.
  • Vereinbare die Probefahrt entweder persönlich beim Autohändler, per Telefon oder über die Internetseite des jeweiligen Verkäufers.
  • Wenn du einen Beifahrer – deinen Partner oder einen Bekannten mitnimmst, kannst du dich voll und ganz auf die Probefahrt konzentrieren, während dein Mitfahrer auf seltsame Geräusche und auf die technische Ausstattung achtet.

Vor Ort beim Autohändler

Die ersten Schritte sind geschafft und es ist soweit: Du machst dich auf den Weg zum Autoverkäufer – es ist Zeit für die Probefahrt! Auch wenn du dich vorab schon auf einige Dinge vorbereitet hast, so darfst du auch während des Besuchs im Autohaus oder beim Händler folgende Punkte nicht vergessen:

Ladegut einpacken: Bringe für die Probefahrt typisches Ladegut mit, um auch wirklich eine typische Autofahrt zu simulieren. Schließlich musst du wissen, ob das Auto inklusive Ausstattung für deine alltäglichen Fahrten geeignet ist. Als Musiker kannst du deine Instrumente mitbringen oder als Sportler dein ganzes Trainings-Equipment einpacken, um den Kofferraum zu testen und eine typische Autofahrt zu simulieren.

Kinder mitnehmen: Wenn du Kinder hast, solltest du auch diese mitbringen. Es ist ebenfalls wichtig zu wissen, wie sich das Kind während der Fahrt fühlt, ob der Kindersitz passt, und ob das Auto für Kinder sicher ist. Solltest du noch keine Kinder haben, planst aber welche zu kriegen, kannst du ja auch im Bekanntenkreis fragen, ob du dir für die Probefahrt das Kind tatsächlich ausleihen kannst. Natürlich ist es am passendsten, wenn dein Beifahrer ansonsten sein Kind oder seine Kinder mitbringt.

Frau sitzt am Steuer und fährt Auto
© takahiro-taguchi/unsplash

Schäden und Mängel: Eines darfst du natürlich nicht vergessen: Vor der Testfahrt solltest du auf jeden Fall das Auto auf Schäden und Mängel prüfen und diese, sofern vorhanden, schriftlich vermerken, so dass du nach der Probefahrt nicht für bereits bestehende Schäden zur Verantwortung gezogen wirst.

Während der Probefahrt

  • Lass den Beifahrer ein protokollieren, was ihm oder ihr während der Fahrt sowohl positiv, als auch negativ auffällt.
  • Prüfe das Fahrverhalten auf unterschiedlichen Straßen (z. B. auf der Autobahn oder über Feldwege).
  • Nimm dir ausreichend Zeit und lasse dich nicht unter Druck setzen: Eine Probefahrt darf ruhig ca. 45 Minuten dauern.
  • Teste alle Verkehrslagen und Geschwindigkeiten aus – dazu gehört auch die Fahrt auf der Autobahn, aber auch eine Bummelfahrt durch die Innenstadt – auch mit Stop&Go-Abschnitten.
  • Öffne alle Klappen und begutachte genau den Innenraum, indem du die mitgebrachten Utensilien und dein persönliches Ladegut verstaust. Teste aus, ob die Ausstattung für dich ausreicht und der gewünschte Komfort ausreicht. Schließlich willst du dich ja auch wohlfühlen und nicht jedes Mal beim Verstauen deiner Sachen daran zweifeln, ob es tatsächlich die richtige Entscheidung war.
  • Probiere das Radio und die weitere technische Ausstattung gerne aus. Aber: Verzichte während du fährst auf das Radio, damit du auf die Geräuschkulisse achten kannst.

Nach der Probefahrt

  • Dein Beifahrer hat während der Fahrt Protokoll geführt. Gleiche diese mit der Mängel- und Schadensliste ab, die du vor der Probefahrt mit dem Verkäufer durchgegangen bist. Falls Schäden während des Probefahrens enstanden sind, solltest du diese direkt nach der Fahrt schriftlich festhalten lassen. Der Verkäufer wird das Auto nach der Fahrt auch nochmal selber durchchecken und sehen, ob Schäden dazu gekommen sind oder nicht.
  • Lass dir Zeit mit der Kaufentscheidung. Du musst nicht sofort den Kaufvertrag unterschreiben. Schlafe lieber eine Nacht darüber, denn ein Autokauf ist eine große und wichtige Entscheidung, die du nicht direkt treffen solltest.
  • Hast du noch offene Fragen oder Anmerkungen? Dann kläre diese im Anschluss der Probefahrt mit dem Verkäufer. Wenn dein Interesse immer noch groß ist, dann bleibe mit ihm im Austausch. Ebenso ist es sinnvoll, direkt nach der Fahrt über spezielle Eigenschaften des Autos zu sprechen, sofern es welche gibt. Mache dich auch über die Zahlungsarten und Finanzierung schlau, so dass du bei einem möglichen Autokauf schon mal vorbereitet bist und den Kaufvertrag verstehst.
Frau von der Seite am Steuer mit Sonnenbrille

Woran sollte ich außerdem bei einer Probefahrt denken?

Wähle den richtigen Zeitpunkt!

A und O bei einer Probefahrt ist die richtige Uhrzeit. Nutze das Tageslicht und verhindere, den Termin während der Dämmerung oder gar am Abend zu machen. Bei künstlichem Licht können Schäden und Mängel nicht so gut festgestellt werden oder werden leicht übersehen. Außerdem solltest du den Wagen bei gutem Wetter testen – auch wenn das nicht wirklich planbar ist. Nichtsdestotrotz solltest du Regentage verhindern, da auch bei Regen die Mängel und Schäden am Auto nicht erkennbar sind.

Informiere dich über den Versicherungsschutz!

Vor der Probefahrt solltest du unbedingt die Versicherungsmodalitäten klären. Ein Neuwagen ist bei der Probefahrt meistens vollkaskoversichert. Trotzdem ist es ratsam, vorher mit dem Verkäufer oder Händler eine Vereinbarung abzuschließen, da häufig eine Selbstbeteiligung angefordert wird. Du steigst ins Auto, hast ein tolles Fahrgefühl und zack, kommt es zu einem Auffahrunfall. Das geht leider schneller als man denkt. Bei leicht fahrlässigem Verhalten übernimmt meist der Verkäufer die entstandenen Kosten. Doch wenn es bei der Testfahrt zu einem zu grob fahrlässigen Verhalten kommt, kann er vom potentiellen Käufer eine Selbstbeteiligung verlangen. So muss der Verkäufer bei einem größeren Unfall nicht für den Schaden aufkommen. Wenn du also vor der Testfahrt eine schriftliche Probefahrtvereinbarung mit dem Händler abschließen kannst, bist du darüber aufgeklärt, welcher Versicherungsschutz während der Fahrt gilt. Bei einem Gebrauchtwagen bzw. bei einem privat angebotenen Wagen kannst du ebenfalls eine formlose schriftliche Vereinbarung ausmachen.

Versicherung kurz zusammengefasst:

  • Haftpflichtschäden gehen auf die Police des Händlers.
  • Der Probefahrer darf auch darauf vertrauen, dass ein Händler-Wagen vollkaskoversichert ist.
  • Der Händler darf jedoch die Zahlung einer Selbstbeteiligung fordern.
  • Bei einer Probefahrt eines privaten Gebrauchtwagens muss der Probefahrer zahlen.
  • Bei grober Fahrlässigkeit (z. B. Alkoholeinfluss) haftet der Fahrer voll für die Schäden.
  • Hat der Fahrer keine Fahrerlaubnis, zahlt die Kasko nichts.

Was muss ich beachten, wenn ich einen Gebrauchtwagen kaufen möchte?

Soll es ein Gebrauchtwagen werden? Kein Problem. Bei einem Gebrauchtwagen gelten natürlich auch die gleichen Schritte der Checkliste, wie bei der Probefahrt mit einem Neuwagen. Allerdings gibt es in diesem Fall ein paar weitere spezielle Punkte, auf die du bei der Besichtigung des Gebrauchtwagen achten solltest. Die wichtigsten Checks haben wir hier für dich zusammengestellt:

Vorsicht bei undichten Stellen am Auto. Prüfe alle Gummidichtungen an den Türen und Scheiben – wenn sie porös und rissig sind, solltest du aufpassen.
Lackschäden gibt es immer – und mit den Jahren vermehren sich diese natürlich an einem Wagen. Du kannst einfach testen, ob die Schäden denn gut repariert wurden, oder ob die Rostschäden unter dem Lack nicht gut entfernt wurden. Halte einfach einen Magneten an die Stelle. Wenn es hält, ist noch genug Metall unter dem Lack, wenn nicht – so wurde viel zu viel gespachtelt.
Prüfe natürlich auch die Elektronik des Fahrzeugs. Probiere alle Lichter und Lampen aus, die es gibt. Teste, ob alle Scheinwerfer und Leuchten in allen Einstellungen funktionieren. Ebenfalls solltest du nachschauen, ob auch die Bremsleuchten in einem guten Zustand sind und auch das Gehäuse heile ist.
Die Reifen kannst du vor der Probefahrt auch ganz einfach testen, auch wenn du nicht der Auto-Experte bist. Wichtig ist, dass das Reifenprofil nicht zu sehr abgefahren ist. Vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter, gewünscht sind jedoch 2-3 Millimeter. Zu alt sollten die Reifen ebenfalls nicht sein. Die sog. DOT-Markierung (Department of Transportation) auf dem Reifen zeigt dir, wie alt die Reifen sind. 022012 steht z.B. für Februar 2012.
Rost ist nie schön, vor allen Dingen an den Auspuffrohren und am Schalldämpfer. Prüfe auch diese Bereiche, da diese ja meist der Witterung ausgesetzt sind.
Zahnriemen
© Chad Kirchoff/unsplash

Es gibt einige Stellen, die du bei einem Gebrauchtwagen vorab checken solltest. Falls du dir bei den Reifen oder bei der Technik unsicher bist, hast du auch die Möglichkeit, den Gebrauchtwagen während oder nach der Probefahrt bei einer externen Stelle prüfen lassen. Sprichst du es mit dem derzeitigen Besitzer ab, kannst du den Wagen kurz in eine Werkstatt fahren, damit das Auto dort geprüft wird. Die Kosten trägst in diesem Fall du.

Wie geht es nach der Probefahrt weiter?

Den Kaufvertrag für dein neues Auto musst du auf keinen Fall sofort unterschreiben. Lasse die Probefahrt erst einmal sacken und schlafe eine Nacht darüber. Wenn du dir nicht sicher bist, oder den direkten Vergleich brauchst, kannst du auch ein weiteres Auto testen und eine Probefahrt machen. Das kann beim gleichen Verkäufer sein, oder auch bei einem anderen Verkäufer. Wenn du mehrere Probefahrten bei einem Händler machen möchtest, solltest du das von Beginn an ansprechen, damit der Verkäufer sich nicht wundert, wenn du kurze Zeit später erneut nach einem Termin für eine weitere Testfahrt fragst. Antworten auf deine weiteren Fragen zum Thema Autokauf findest du auf unseren Auto-Seiten.

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