Der Kleinwagen – ein wendiger Stadtflitzer

Sie sind klein, extrem wendig, verbrauchen wenig und bieten trotzdem einen durchaus erwähnenswerten Komfort. Die Rede ist von Kleinwagen. Was den Kleinwagen darüber hinaus auszeichnet, was seine typischen Schwächen sind und für wen sich der Kauf eines Kleinwagens lohnen könnte, erfährst du auf dieser Seite.

Ein weißer Kleinwagen mit roten Außenspiegeln auf einem Parkdeck von vorne.
© motah/unsplash

Kleinwagen – Was ist das?

In den 50er und 60er Jahren wurden erstmals Fahrzeuge produziert, die der Karosserieform der Kleinwagen entsprachen. Ein Auto wird dann als Kleinwagen bezeichnet, sobald es größer als ein Kleinstwagen (z.B. Smart) und kleiner als ein Fahrzeug der Kompaktklasse (z.B. VW Golf) ist. Das erste offizielle Modell dieser Art war der Citroen 2CV, der 1949 erschien und weitläufig unter dem Namen “Ente” bekannt ist. Damals sah der Standard eine Motorleistung zwischen 10 und 30 PS sowie einen Hubraum von 500 bis 850 ccm vor. Heutzutage findet man kaum noch einen Kleinwagen, der weniger als 54 PS vorweisen kann. Gleichzeitig ist das Leergewicht der wendigen Autos im Laufe der letzten Jahrzehnte aufgrund von umfangreicherer Ausstattung, beispielsweise hinsichtlich der Sicherheit, gestiegen. Dadurch wird das Mehr an Leistung etwas relativiert. Heute sind Modelle wie der VW Polo oder auch der Toyota Yaris bekannte Fahrzeuge aus dem Segment der Kleinwagen.

Merkmale:

  • 3-5 Türen
  • 4-5 Sitze
  • klein und wendig
  • geringer Verbrauch
  • günstiger Neupreis
  • preiswerte Unterhaltung
  • meist Schrägheckvariante
  • Frontantrieb

Vor- und Nachteile eines Kleinwagens

Beim Kauf eines Kleinwagens solltest du dich umfassend informieren und die Vor- und Nachteile nicht außer Acht lassen.

Vorteile

  • Abmessungen:
    Die geringe Größe sorgt für eine außerordentliche Wendigkeit. Das ist gerade in der Stadt und im Speziellen bei der Parkplatzsuche von großem Vorteil.

  • Geringe Kosten:
    Neben den geringen Anschaffungskosten ist oftmals auch die finanzielle Belastung in Hinblick auf die Versicherung und die KFZ-Steuer überschaubar.

  • Sicherheit und Komfort:
    Im Vergleich zu Kleinstwagen bieten Kleinwagen größere sowohl Sicherheit als auch besseren Komfort.

  • Umweltfreundlich:
    Kleinwagen verbrauchen wenig Kraftstoff und sind damit nicht nur vorteilhaft für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt.

Nachteile

  • Stauraum:
    Für größere Reisen, bei denen viel Gepäck transportiert werden soll, bieten die meisten Kleinwagen nicht genug Stauraum.

  • 3-Türer:
    Häufig sind Kleinwagen Drei-Türer, was das Einsteigen zu einer komplexen Angelegenheit machen kann. Je nach Größe und körperlicher Verfassung kann das langfristig nerven.

  • Fahrkomfort:
    Der geringe Radstand führt zu einem verringerten Fahrkomfort, das Fahrzeug läuft weniger ruhig.

  • Unübersichtlich:
    Je nach Modell können die geringen Abmessungen dafür sorgen, dass eine gewisse Unübersichtlichkeit entsteht. Gerade im Mini Cooper kann dies störend auffallen, da man im Fahrzeug besonders niedrig sitzt.

Einordnung der Vor- und Nachteile:

Einer der vermeintlich größten Vorteile von Kleinwagen, der niedrige Kraftstoffverbrauch, hat aus heutiger Sicht etwas an Relevanz verloren. Dies liegt daran, dass mittlerweile auch bei größeren Fahrzeugklassen die Senkung des Verbrauchs im Mittelpunkt der technischen Weiterentwicklung steht. Demnach sind die wohl zentralsten Vorteile im Preis sowie in der geringen Größe zu suchen und zu finden. Gerade im Hinblick auf den turbulenten und engen Stadtverkehr kann ein Kleinwagen mit seinen Abmessungen punkten und für Zeitersparnis sorgen – unter anderem bei der Parkplatzsuche. Das damit einhergehend Abstriche bei Ausstattung und Stauraum gemacht werden müssen, ist unvermeidlich.

Ein orange-gelber Kleinwagen in der Seitenansicht vor natürlicher Waldkulisse.
© olena-sergienko/unsplash

Die verschiedenen Modellklassen

Innerhalb der Fahrzeugklasse der Kleinwagen unterscheidet man ferner zwischen zwei unterschiedlichen Modellklassen.

Premium-Kleinwagen

Den Startschuss für den Aufschwung von Kleinwagen mit hochwertiger Ausstattung und sportlichen Leistungsdaten gab wohl BMWs Mini. In Anlehnung an das gleichnamige, britische Vorbild, brachte BMW 2001 das erste Modell des Minis auf den Markt. Während Kleinwagen vor dieser Zeit eher praktikabel, minimalistisch und vor allen Dingen preisgünstig gehalten wurden, war und ist der Mini das genaue Gegenteil: Eine hochwertige Ausstattung und Verarbeitung, kombiniert mit einem Schuss Individualität und krachender Motorleistung. Und das alles innerhalb der Karosserie eines Kleinwagens.

Für diese Leistungen wird im Vergleich zu normalen Kleinwagenmodellen selbstverständlich auch ein höherer Preis fällig – den durchaus viele Verbraucher bereit sind zu zahlen. Die Zielgruppe sind vorzugsweise junge Menschen zwischen von 25 und 35 Jahren, die in und um Großstädte herum leben.

Beispielmodelle:

  • BMW Mini
  • Audi A1
  • Citroen DS 3

Kleinwagenkombis

Auch in der Fahrzeugklasse der Kleinwagen gibt es Modelle, die einem Kombi entsprechen. Die Kleinwagenkombis punkten mit einem Plus an Kapazität bei gleichzeitig kompakten Abmessungen. Sie versuchen also die Vorteile eines Kleinwagens mit denen eines Kombis in Einklang zu bringen. Kompaktheit und Wendigkeit trifft auf großzügiges Raumangebot. Um dies umzusetzen, sind derartige Kleinwagenkombis höher und länger als die entsprechenden Limousinen. Die meisten Modelle dieser Kategorie haben dabei ein klassisches Element normaler Kombis integriert – die tiefe Ladekante. Wirft man einen Blick auf den Markt, wird allerdings recht schnell deutlich: Die Auswahl in der Klasse der Kleinwagenkombis ist eher begrenzt.

Beispielmodelle:

  • Skoda Fabia Combi
  • Seat Ibiza ST
  • Renault Clio Grandtour

Die Bauform

Schaut man sich auf dem deutschen Automarkt um, wird in Bezug auf die Bauweise von Kleinwagen folgendes deutlich: Der Großteil der Autohersteller setzt bei der Planung und Konstruktion von Kleinwagenmodellen auf eine Schrägheckvariante. Bei dieser Form des Hecks reicht die Heckklappe in einem schrägen Winkel vom Ansatz des Daches bis runter zum Niveau der Ladefläche. Diese Bauweise setzte sich hauptsächlich aufgrund der effektiven Raumausnutzung gegenüber dem Stufenheck durch. So passt in einen Kleinwagen trotz überschaulicher Größe doch recht viel hinein.
Wirft man einen Blick auf die neuesten Entwicklungen im Bereich der Bauform von Kleinwagen, lässt sich feststellen, dass Retrodesigns voll im Trend sind. Kleinwagen wie der Mini, der MiTo von Alfa Romeo oder auch der Fiat 500 bestätigen diesen unverkennbaren Trend.


Für wen eignet sich ein Kleinwagen?

Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 3,4 Millionen Personenkraftwagen neu zugelassen. 14,5 Prozent dieser Fahrzeuge waren Kleinwagen – was einer Zahl von 493.000 neu zugelassenen Kleinwagen im Jahr 2018 entspricht. Damit landete diese Karosserieform hinter den Modellen aus der Kompaktklasse sowie den SUVs auf dem dritten Rang dieser Liste. Ein Podiumsplatz, der verdeutlicht, dass Kleinwagen beliebt sind! Doch für welche Personengruppen und welche Lebensumstände sind Kleinwagen eigentlich geeignet? Grundsätzlich kann die Zielgruppe von Kleinwagenherstellern so definiert werden, dass es sich dabei um Personen handelt, die häufiger alleine unterwegs sind und dabei keinen Bedarf haben, große Lademengen zu transportieren. Diese Grundidee könnte auf folgende Personengruppen zutreffen:

Zwei Frauen sitzem im geöffneten Kofferraum ihres Kleinwagens und haben sichtlich Spaß.
© richard-jaimes/unsplash

Auch mit einem Kleinwagen lassen sich Kurztrips umsetzen. Gerade bei zwei Personen bieten die meisten Flitzer genug Stauraum für das nötige Gepäck. Nichts hält einen davon ab, auch mit dem Kleinwagen an das nächstgelegene Meer zu fahren.


Fahranfänger

Ein Kleinwagen erscheint insbesondere für viele Fahranfänger als ideales Einstiegsmodell. Die niedrigen Anschaffungskosten in Verbindung mit den geringen Unterhaltskosten sorgen für eine überschaubare finanzielle Belastung. Ein wichtiger Aspekt in diesem Fall ist, dass viele Fahranfänger sich noch in Ausbildung und Studium befinden. Außerdem lässt sich auch in einem kleinen Flitzer die ein oder andere Kiste Bier für die kommende Hausparty verstauen und transportieren.

Singles und Paare

Auch für Singles und junge Paare kann ein Kleinwagen in Betracht gezogen werden. Für die Stadt ideal, können mit einem derartigen Fahrzeug durchaus auch kleinere Trips zu zweit umgesetzt werden. Passt das Gepäck nicht vollständig in den Kofferraum, bietet die Rückbank weitere Verstaumöglichkeiten. Einem romantischen Ausflug ans Meer steht also nichts im Wege.

Senioren

Im Gegensatz zu jungen Singles legen Senioren meist etwas größeren Wert auf Komfort. Gleichzeitig benötigen sie in vielen Fällen kein außerordentlich großes Auto, um beispielsweise Kinder zu transportieren. Vor diesem Hintergrund kann sich ein Kleinwagen durchaus anbieten. Anders als bei vielen Kleinstwagen ist der Komfort hier deutlich höher. Die kompakten Abmessungen verzeihen beim Einparkversuch auch eher mal die ein oder andere Ungenauigkeit.

Für den sportlichen Fahrer

Auch tendenziell eher sportliche Fahrer können im Segment der Kleinwagen fündig werden und ihr Traumauto ergattern. Sogenannte Premium-Modelle bieten weitaus mehr als guten Komfort. Mit sportlichen Fahrwerken und hohen PS-Werten bei gleichzeitig niedrigem Gewicht sorgen die kleinen Flitzer für glänzende Augen bei Sportbegeisterten. Dafür muss dann aber selbstverständlich auch etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden.


Die beliebtesten Kleinwagen-Modelle

Mittlerweile ist der VW Polo im Segment der Kleinwagen zu einer Art Institution herangereift. Mit seiner soliden Ausstattung und dem mittlerweile auch zeitgemäßen Design ist er nicht nur einer der beliebtesten Wagen innerhalb dieser Karosserie Klasse, sondern auch der meistverkaufte. Wer sich für dieses Auto interessiert, kann ab ca. 13.000 Euro fündig werden.
Der Kleinwagen aus dem Hause Opel weiß mit großzügigem Platzangebot und zahlreichen Assistenzsystemen zu überzeugen. Im TÜV-Report 2019 belegt der kleine Flitzer einen respektablen vierten Platz und landet damit vor dem VW Polo. Die Fünf-Türer-Version ist ab 12.800 Euro zu haben.
Den Toyota Yaris zeichnen sparsame Motoren, Geräumigkeit sowie absolute Zuverlässigkeit aus. Insbesondere für Leute mit kleinem Budget ist der Yaris oftmals eine Überlegung wert – das Preis-Leistungs-Verhältnis weiß zu gefallen. Hinsichtlich der Fahrdynamik müssen allerdings Einbußen in Kauf genommen werden. Mit 12.790 Euro liegt der Yaris preislich etwas unter dem Opel Corsa.
Das gut verarbeitete Modell des Autobauers aus Ingolstadt überzeugt nicht nur durch sein sportliches Design. Im TÜV-Report 2019 landete der Audi A1 auf einem respektablen zweiten Platz und stellt damit seine geringe Mängelquote unter Beweis. Der Haken an der ganzen Sache: Preislich liegt der Audi A1 eher im oberen Segment. Die günstigste Variante ist ab 17.100 Euro zu haben.
In einer ähnlichen Preiskategorie ist auch der Mini einzuordnen, der durch das individuelle Hinzufügen von Extras große Löcher in der Geldbörse hinterlassen kann. Der wendige Renner mit den markanten runden Scheinwerfern vereint echtes Go-Kart Feeling mit einem eigenständigen, individualisierbarem Design. Auch und gerade deshalb ist der Mini trotz seines Preises so beliebt. Du bekommst ihn als Drei-Türer ab 17.400 Euro.

Neu oder gebraucht – was ist zu beachten?

Es stellt zumeist keine unlösbare Aufgabe dar, einen im Vergleich zu anderen Karosserieformen preisgünstigen Kleinwagen zu finden. Im Bereich der Gebrauchtwagen kann man hier schnell ein passendes Gefährt finden. Wer sich allerdings für einen Neuwagen entscheidet, knackt oftmals die 10.000 Euro-Marke – durchaus viel Geld. Eine Möglichkeit, um günstiger an einen Neuwagen zu kommen, stellen Modelle mit Tageszulassung dar. Dabei wird das jeweilige Auto vom Händler für einen Tag bei der Zulassungsstelle angemeldet. Bereits nach dieser Zulassung verlieren Neuwagen deutlich an Wert, sodass der Käufer durchaus ein Schnäppchen schießen kann. Demgegenüber steht der Nachteil, dass es sich um ein vorkonfiguriertes Modell handelt, sodass keine individuellen Ausstattungswünsche mehr umgesetzt werden können. Gleichzeitig steht nicht der Käufer, sondern der Händler als erster Eigentümer in der Zulassungsbescheinigung. Dies kann bei der Kfz-Versicherung zu Nachteilen führen.

Eine zweite günstige Möglichkeit stellt der Kauf eines Vorführwagens dar. Derartige Neuwagen werden beispielsweise für Probefahrten anderer potenzieller Käufer genutzt und dienen als Ausstellungsstück. Beträchtliche Abnutzungsspuren sind eher die Ausnahme, sodass die Nachfrage nach Vorführwagen in der Regel sehr hoch ist. Demnach sollte man sein Interesse an einem derartigen Auto frühzeitig dem Händler kommunizieren.


Fazit

14,5 Prozent der 2018 neu zugelassenen Fahrzeuge in Deutschland waren Kleinwagen – drittbester Wert. Diese Zahl bestätigt die große Beliebtheit der kleinen Flitzer. Gerade im städtischen Bereich bringt diese Karosserieform viele Vorteile mit sich, die sich vor allen Dingen Singles und junge Erwachsene zu Nutze machen können. Sowohl für das kleine Portemonnaie als auch für Leute, die etwas höhere Ansprüche an ihr Fahrzeug stellen, kann der Kleinwagen eine gute Lösung darstellen. Wer also nicht viel Stauraum benötigt und sich die Parkplatzsuche erleichtern möchte, sollte sich in diesem Segment umschauen.

Rund um den Autokauf