Der Ölwechsel – alles, was Du wissen musst

Ein Ölwechsel am Auto wird schon nicht so schwer sein. Das denken sich viele ungeübte Menschen. Dabei sind beim Ölwechsel viele Handgriffe und richtige Entscheidungen notwendig, die nur geübte Personen sicher ausführen können. Daher ist es immer ratsam, wenn du dir unsicher bist, dein Auto in die Werkstatt deines Vertrauens zu bringen. Mit ein bisschen Übung und Know-How kannst du den Ölwechsel aber auch selbst vornehmen.

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Ölkanne aus der Öl fließt
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Ölwechsel in der Werkstatt

Die meisten Herstellergarantien verfallen, wenn du selber das Öl an deinem Auto innerhalb der Garantiezeit wechselst, weil die Hersteller verlangen, dass die eigenen Vorgaben in einer Werkstatt eingehalten werden. Der Ölwechsel in der Werkstatt kostet bei freien Anbietern oft um die 40 Euro und bei einer Vertragswerkstatt mit einem neuen Ölfilter ungefähr 150 Euro. Du kannst mit ungefähr 30 Minuten Arbeitszeit rechnen, bis dein Auto den Ölwechsel hinter sich hat. Du kannst beim Ölwechsel oft Geld sparen, indem du dich zum Beispiel selbst um die Beschaffung von günstigem Motoröl kümmerst und es mit in die Werkstatt bringst. Es lohnt sich auf jeden Fall vorher einmal kurz nachzufragen, ob deine Werkstatt damit einverstanden ist. Andernfalls bekommst du bei manchen Werkstätten sehr teures Premium Öl, was in Tests nicht sehr viel besser abschneidet, als ein vergleichbares günstigeres Motoröl.

Tipp!

Bei Neuwagen ist es nicht mehr üblich, nach 1000 gefahrenen Kilometern das Auto zum Ölwechsel zu bringen, weil die Motoren mittlerweile viel präziser hergestellt werden und das werkseitige Öl dadurch länger hält.

Was du über Motoröl wissen solltest

Das Motoröl schmiert den Motor und übernimmt eine kühlende Funktion für Kolben, Ventile und Zylinder. Das funktioniert aber nur, wenn dein Öl sauber ist und keine Schmutzpartikel drin sind. Die Reinigung des Motoröls übernimmt der Ölfilter. Mit der Zeit sammelt sich der gefilterte Schmutz so stark im Filter ab, dass er nicht mehr richtig reinigt. Deswegen wird altes Motoröl mit der Zeit schwarz. Dann muss auch der Ölfilter gewechselt werden. In der Regel tauscht man beim Ölwechsel auch direkt den Ölfilter gegen einen neuen aus. Im Motoröl gibt es auch noch sogenannte Additive. Das sind Zusatzstoffe, die die Leistungsfähigkeit des Öls verbessern. Diese Zusatzstoffe nutzen sich aber auch im Laufe der Zeit mit jedem gefahrenen Kilometer ab. Wenn du das Öl nicht rechtzeitig wechselst, dann kann das in deinem Motor passieren:

  • Es reichern sich Metallpartikel im Öl an
  • Das Motoröl schmiert nicht mehr richtig
  • Die Wärme wird nicht richtig umverteilt
  • Die Ventile werden schneller abgenutzt

Je nach Motor muss das Öl ungefähr alle 15.000 bis 40.000 km gewechselt werden. Genauere Informationen dazu findest du in deiner Auto-Bedienungsanleitung oder im Serviceheft. Als groben zeitlichen Richtwert, kannst du alle 2 Jahre rechnen, aber nur, wenn du durchschnittlich viele Kilometer jedes Jahr fährst (zwischen 10.000 bis 15.000 km). Spätestens, wenn in deinem Auto die Warnlampe mit der roten Ölkanne angezeigt wird, musst du das Öl dringend austauschen.

Offene Motorhaube eines Sportwagens
© hosea-georgeson/unsplash

Ein regelmäßiger Ölwechsel sorgt für einen reibungslosen Betrieb des Fahrzeugs.


Motoröl in zehn Schritten selbst wechseln

Du benötigst:

  • Ölauffangwanne
  • Inspektionsgrube, Hebebühne oder Autorampe
  • Schraubenzieher
  • Neues Motoröl
  • Ölfilter
  • Dichttring

Anleitung:

  • Dein Fahrzeug warmfahren
  • Fahrzeug auf Inspektionsgrube oder Autorampe fahren und 10 Minuten warten
  • Ölauffangwanne unter das Fahrzeug stellen
  • Im Motorraum Öldeckel abschrauben
  • Ölablass-Schraube öffnen und Öl ablassen
  • Ölfilter abschrauben und darunter die Dichtfläche mit einem Lappen und etwas Bremsenreiniger von Fett befreien
  • Den neuen Ölfilter an den Kontaktflächen einfetten und anschrauben
  • Ölablass-Schraube mit neuem Dichtring zudrehen
  • Dann neues Öl einfüllen und den Motor etwa 5 Minuten laufen lassen
  • 2 Minuten warten und Ölstand prüfen

Wichtig beim Motorölkauf

Bevor du dir das passende Motoröl kaufst, musst du (am besten im Internet) recherchieren, welche Öle dein Autohersteller freigegeben hat. Dann bist du auf der sicheren Seite, dass das neue Motoröl für dein Auto geeignet ist. Die Herstellerfreigabe findest du auch im Handbuch oder in deinem Serviceheft. Motoröl und Getriebeöl haben unterschiedliche Funktionen im Auto und sollten deshalb nicht miteinander gemischt oder vertauscht werden. Alle Händler, die Motoröl in Deutschland verkaufen, nehmen in der Regel genauso viel Altöl von dir an, wie du bei ihnen kaufst. Deswegen empfiehlt es sich, unbedingt den Kassenzettel aufzubewahren, wenn du dein Altöl später abgeben möchtest. Alternativ kannst du dein Altöl auch bei einer Annahmestelle oder Wertstoffhof in deiner Nähe gegen eine Gebühr von ca. ein bis drei Euro pro Liter abgeben.

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Zu viel Öl im Motor

Zu wenig Motoröl schadet dem Motor – zu viel Motoröl auch! Denn ist zu viel Öl im Motor, dann kann das Öl aufschäumen. Dadurch ist die Schmierwirkung nicht mehr gewährleistet und im schlimmsten Fall geht der Motor ganz kaputt. Aber was macht man am besten, wenn zu viel Öl in den Motor eingefüllt wurde? Ist der Ölstand nur minimal überschritten ist, schafft man oft den Weg in die nächstgelegene Werkstatt, wo dann das überschüssige Öl abgepumpt wird. Im Zweifel empfiehlt es sich, lieber den Pannendienst anzurufen, der direkt vor Ort helfen kann.

Tipp!

Du misst den genauen Ölstand am sichersten, wenn du dein Auto mindestens 10 Minuten stehen lässt. Dann läuft das gesamte Öl aus dem Triebwerk in die Ölwanne zurück. Dann ist die Gefahr, zu viel Öl einzufüllen, deutlich geringer.

Fazit

Das Motoröl am Auto zu wechseln kann eine schnelle Routineaufgabe von ca. 30 Minuten sein, wenn man sich entweder sehr gut damit auskennt und das nötige Werkzeug zuhause hat oder in eine Werkstatt fährt. Es empfiehlt sich, gerade beim Fahrzeugmotor keine Experimente zu starten, weil deine eigene Sicherheit im Verkehr dadurch eventuell gefährdet sein könnte.


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