Fahren bei Schneeglätte – Tipps für Autofahrer

Der Winter ist für viele die Jahreszeit der Schneemänner, Schlitten und Skifahrten. Für Autofahrer kann eine Fahrt bei Glatteis und Schnee aber unangenehm werden. Besonders wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt kreisen, kann sich der Zustand der Fahrbahn schnell verändern. Was du beachten musst, um auf vier Rädern sicher durch die kalte Jahreszeit zu kommen, erklären wir dir hier.

Auto auf schneebedeckter Straße im Winter
© Adobestock / grafikplusfoto

In aller Kürze:

  • Wenn die Temperaturen um den Gefrierpunkt kreisen, kann sich der Zustand der Fahrbahn schnell verändern.
  • Im Winter müssen bei Schnee, Matsch und Eis, Winterreifen am Fahrzeug angebracht sein.
  • Gehe sicher, dass du bereit für die Fahrt bist und vor allen Dingen wachsam.

Vor der Fahrt

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass im Winter bei Schnee, Matsch und Eis, Winterreifen am Fahrzeug angebracht sein müssen. Der ADAC empfiehlt daher, dass Fahrzeuge von Oktober bis Ostern mit Winterreifen ausgestattet sind.

Die Schuhe

Achte auf deine Schuhe: Sie sollten sauber und trocken sein, sonst kann es im Fußraum an den Pedalen sehr rutschig werden.

Die Reifen

Prüfe die Profiltiefe und den Reifendruck nach. Du solltest dich vergewissern, dass die gesetzlichen Vorschriften für das Fahren mit Winterreifen oder mit Schneeketten eingehalten werden. In Deutschland haben die Reifen üblicherweise eine Profiltiefe von 1,6 mm. Befindet sich die Profiltiefe unter diesem Wert, nimmt die Bremsleistung ab, das kann besonders bei Nässe (Aquaplaning) sehr gefährlich sein. Die Reifen regelmäßig zu überprüfen ist daher sehr wichtig.

Kratzen, sprühen, wischen

Befreie alle Scheiben, Spiegel und Scheinwerfer von Schnee und Eis. Besonders hilfreich sind Scheibenenteiser in Sprühflaschen. Den kannst du einfach aufsprühen und dann die Scheibenwischer anschalten. Alternativ funktioniert auch lauwarmes Wasser. Oftmals sind die Scheiben von innen beschlagen, bei älteren Fahrzeugen bei besonders kalten Temperaturen sogar vereist. Hier hilft ein weicher Lappen mit etwas Enteiser oder warmem Wasser. Auch der Schnee auf dem Fahrzeugdach muss entfernt werden, beim Bremsen könnte sich dieser sonst lösen und deine Sicht behindern.

Frostschutzmittel

Die Scheibenwischanlage muss gefüllt sein. Überprüfe also, ob noch genügend Frostschutzmittel enthalten ist.

Scheibenwischer

Sind die Wischblätter in einem guten Zustand? Am besten reinigst du sie regelmäßig oder tauschst sie aus, sobald du bemerkst, dass sie nicht mehr richtig funktionstüchtig sind. Beim Reinigen der Scheiben klappst du sie am besten hoch.

Winterausrüstung

Es ist im Winter bei längeren Fahrten immer gut, eine Notfallausrüstung mit warmen Decken, Sand, Snacks und Schaufeln im Fahrzeug zu haben. Wenn du in besonders kalte Gebiete fährst, solltest du auch Schneeketten oder Schneesocken mitnehmen. Solltest du dich einmal festgefahren haben, kannst du damit wieder Grip unter die Räder bringen.

Schneeketten
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Während der Fahrt

Bremsweg

Selbst mit den richtigen Winterreifen hast du auf einer verschneiten Fahrbahn einen deutlich längeren Bremsweg als auf einer trockenen Straße. Halte also stets einen großzügigen Sicherheitsabstand zum Fahrzeug vor dir (z.B. 80 m bei 80 km/h).

Beschleunigung

Beschleunige das Fahrzeug sanft bei niedriger Drehzahl, so vermeidest du, dass sich die Räder durchdrehen und du dich festfährst. Schalte möglichst früh in den nächsten Gang. Ein Anfahren im zweiten Gang kann ein Durchdrehen ebenfalls verhindern.

Fahrmanöver

Bremsen, Lenken, Beschleunigen und Schalten solltest du besonders behutsam angehen.

Licht

Schalte stets das Tagfahrlicht ein. Sollte es zu starken Sichtbehinderungen kommen, musst du in Deutschland auch tagsüber das Abblendlicht aktivieren.

Schneefall

Ist die Straße nicht ausreichend geräumt, fahre besser im frischen Schnee als den Spuren der Vorausfahrenden zu folgen. Der Schnee in den Fahrspuren verdichtet sich zu Eis und bietet dir deshalb keinen sicheren Untergrund.

Bei Schleudern

Sollte es doch dazu kommen, dass du ins Schleudern gerätst, tritt die Kupplung und lenke vorsichtig gegen. Halte beide Hände am Lenkrad und tritt auf keinen Fall heftig auf die Bremse!

Sommerreifen im Winter – No Go!

Eine falsche Bereifung ist oftmals die Ursache für Unfälle im Winter, die im schlimmsten Fall tödlich enden. Man riskiert mit Sommerreifen im Winter nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der anderen Verkehrsteilnehmer. Es droht ein Bußgeld von 60 € sowie ein Punkt im Verkehrszentralregister. Gab es eine Behinderung, erhöht sich das Bußgeld auf 80 €, bei einer Gefährdung auf 100 € und bei einem Unfall auf 120 €.

Sorge dafür, dass du stets die richtige Bereifung an deinem Fahrzeug hast. Hier erfährst du mehr dazu

Seit 2017 gibt es aktualisierte Anforderungen an Winterreifen und ihre Kennzeichnung. Neu ist, dass es nicht mehr ausreicht, wenn die Reifen mit einer M + S-Kennzeichnung ("Matsch und Schnee") versehen sind. Sorge also dafür, dass du stets die richtige Bereifung aufgezogen hast, damit du sicher und unbeschadet durch den Winter kommst. Hier findest du Werkstätten für den Reifenwechsel und kannst deine Wunschreifen in allen gängigen Größen von R10 bis R390 direkt auswählen und bestellen.


Die Tipps im Überblick:

  • Überprüfe die Profiltiefe der Winterreifen. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm.
  • Gehe sicher, dass Reifen, Scheibenwaschflüssigkeit und Wischerblätter funktionstüchtig sind.
  • Entferne Schnee und Eis vom gesamten Fahrzeug.
  • Nehme eine Notfallausrüstung mit.
  • Fahre stets langsam und vermeide hektische Lenkbewegungen.
  • Halte einen großen Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden ein.
  • Fahre mit niedriger Drehzahl und nutze höhere Gänge.
  • Schalte das Tagfahrlicht, oder bei erheblichen Sichtbehinderungen, das Abblendlicht ein.

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