Falsch Parken – Die Bußgeld-Fallen in Großstädten

Viele Autos parken nebeneinander.
© Marc Xavier/AdobeStock

Wegen eines Formfehlers im Gesetzestext der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind wahrscheinlich nicht nur die neuen Fahrverbotsregeln unwirksam, sondern alle Änderungen des Bußgeldkatalogs vom April 2020. Alle Bundesländer sind prompt wieder zum alten Strafenkatalog zurückgekehrt. Nicht betroffen sind die Verhaltensregeln der StVO etwa in Bezug auf den Schutz von Radfahrern. Solltest du in dieser Zeit einen Bußgeldbescheid oder ein Fahrverbot erhalten, empfehlen wir dir, juristische Beratung zu holen und deinen Fall prüfen zu lassen.

Hinweis aus aktuellem Anlass

Wegen eines Formfehlers im Gesetzestext der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind wahrscheinlich nicht nur die neuen Fahrverbotsregeln unwirksam, sondern alle Änderungen des Bußgeldkatalogs vom April 2020. Alle Bundesländer sind prompt wieder zum alten Strafenkatalog zurückgekehrt. Nicht betroffen sind die Verhaltensregeln der StVO etwa in Bezug auf den Schutz von Radfahrern. Solltest du in dieser Zeit einen Bußgeldbescheid oder ein Fahrverbot erhalten, empfehlen wir dir, juristische Beratung einzuholen und deinen Fall prüfen zu lassen.

Falsches Halten

Bereits das Halten in gewissen Zonen kann dich Bußgelder kosten. Hier kommt es immer darauf an, wo du hältst und ob du andere Verkehrsteilnehmer behinderst. Da können Strafen von 10 Euro bis 30 Euro entstehen.

Bußgelder für falsches Halten beginnen bei 10 Euro. Das gilt für Halten an engen oder unübersichtlichen Stellen, in scharfen Kurven und auf Beschleunigungs- oder Verzögerungsstreifen. Auch das Halten im Bereich von Fußgängerzonen sowie bis zu 5 Meter davor und an Taxiständen bis zu 10 Meter vor Lichtzeichen wird geahndet, soweit es durch Markierungen, Lichtzeichen und Verkehrsschilder untersagt ist.
Stellt dein Wagen eine Behinderung dar, müssen 15 Euro gezahlt werden.
Das Halten in zweiter Reihe kann schnell den Verkehr verzögern. Dafür gibt es eine Strafe von 15 Euro. Wenn der Verkehr behindert wird und du die Straße blockierst, kostet dich das 20 Euro.
Vor allem in Großstädten können Autofahrer durch falsches Halten schnell Schienenfahrzeuge blockieren. Ein Halten im Fahrraum dieser Fahrzeuge kostet 20 Euro. Bei einer Behinderung müssen 30 Euro bezahlt werden.
Falls du unberechtigt in einer Nothalte- oder Pannenbucht hältst, blockierst du Fahrzeuge, die einen echten Notfall haben. Das verlangt ein Bußgeld von 20 Euro.
Feuerwehrzufahrten sollten für einen möglichen Notfall immer frei bleiben. Falls Autofahrer dort halten, fällt ein Bußgeld von 10 Euro an.

Falsches Parken

Für falsches Parken fällt meist ein höheres Bußgeld an als bei falschem Halten. Trotzdem kommt es immer darauf an, wo und wie man sein Fahrzeug falsch abstellt. Falsches Parken kann dich von 10 Euro bis 70 Euro kosten.

Viele Zonen sind zum Parken allgemein untersagt und werden mit 15 Euro geahndet. Dazu zählt zum Beispiel das Parken an engen oder unübersichtlichen Straßenstellen und der Bereich vor scharfen Kurven und Fußgängerwege sowie bis zu 5 Meter davor. Außerdem dürfen Autofahrer nicht 10 Meter vor Lichtzeichen, im Halteverbot und im eingeschränkten Halteverbot parken.
Wenn dein Auto in diesen Bereichen länger als eine Stunde steht oder eine Behinderung darstellt, musst du 25 Euro bezahlen. Beides zusammen kostet sogar 35 Euro.
Durch das Parken auf Geh- oder Radwegen störst du die Mitmenschen im Straßenverkehr und musst dafür 20 Euro bezahlen. Stellt dein Auto eine Behinderung dar oder stehst du länger als eine Stunde dort, sind es 30 Euro. Noch teurer wird es, wenn du bei der Stunde Falsch-Parken den Straßenverkehr gefährdest oder eine Behinderung für Einsatzfahrzeuge bist. Dann musst du 35 Euro oder in letzterem Fall 65 Euro zahlen. Zu den 65 Euro kommt außerdem noch ein Punkt in Flensburg dazu.
Parken Autofahrer in zweiter Reihe, können sie den Verkehr erheblich verzögern. Dafür fällt ein Bußgeld von 20 Euro an. Bei einer Behinderung werden es 25 Euro. Stellst du das Fahrzeug länger als eine Stunde ab, musst du 30 Euro zahlen, mit einer zusätzlichen Behinderung sogar 35 Euro.
Falls Autofahrer in einer verkehrsberuhigten Zone parken, müssen sie ein Bußgeld von 10 Euro zahlen. Bei einer Behinderung des Verkehrs oder anderer Verkehrsteilnehmer werden es 15 Euro. Auch hier ist die Parkdauer ausschlaggebend: Parkst du länger als drei Stunden, musst du 20 Euro zahlen, mit einer zusätzlichen Behinderung sind es 30 Euro.
Fußgänger sollten durch Autofahrer nicht eingeschränkt werden. Daher fällt bei Parken in jeweiligen Zonen oder in anderen Verbotszonen für PKWs ein Bußgeld von 30 Euro an. Wenn das Fahrzeug zusätzlich eine Behinderung darstellt oder länger als drei Stunden abgestellt wird, musst du 35 Euro zahlen.
Neben dem Halten ist auch das Parken im Fahrraum von Schienenfahrzeugen verboten. Dafür gibt es ein Bußgeld von 25 Euro. Bei einer Behinderung werden es 35 Euro.

BMJ- / KBA-Bußgeldkatalog 2016 Alle Angaben sind ohne Gewähr.

Sonderfälle bei falschem Parken

Falsches Parken hat viele Sonderfälle, sodass bei verschiedenen Zonen ganz unterschiedliche Bußgelder anfallen. Das kann dich von 10 Euro bis 70 Euro kosten.

Das kleinste Bußgeld für Autofahrer sind 10 Euro. Das fällt bei Parken im 5-Meter-Bereich von Kreuzungen und Einmündungen, vor Grundstücksein- und ausfahrten und im Bereich von Haltestellen und Taxiständen an. Außerdem darfst du nicht vor und hinter Andreaskreuzen oder über Schachtdeckeln parken und soweit es durch Verkehrszeichen verboten ist. Stellt dein Fahrzeug eine Behinderung dar oder lässt du es länger als drei Stunden stehen, musst du zwischen 15 Euro und 30 Euro zahlen.
Ein Bußgeld von 10 Euro fällt weiterhin an, wenn du nicht platzsparend parkst oder eine Parklücke einem Berechtigten weggenommen hast.
Parkst du an einer abgelaufenen Parkuhr ohne vorgeschriebene Parkscheibe, ohne Parkschein oder unter Überschreiten der erlaubten Höchstparkdauer, richtet sich das Bußgeld nach der Parkdauer. Bis zu 30 Minuten zahlst du ein Bußgeld von 10 Euro, das pro Stunde um 5 Euro steigt. So zahlst du bei über 3 Stunden bis zu 30 Euro.
Parkst du unberechtigt in einer Nothalte- oder Pannenbucht, musst du 25 Euro zahlen. Beim Parken vor oder in Feuerwehrzufahrten fällt ein höheres Bußgeld an. Hier musst du 35 Euro bezahlen. Diese Strafe gilt ebenfalls für das Abstellen des Fahrzeugs auf Schwerbehindertenparkplätzen. Wenn du einen anderen Autofahrer zuparkst und so seinen Abfahrtsweg versperrst, bekommst du ein Bußgeld von 20 Euro.
Wenn du dein Fahrzeug an Engstellen parkst und damit Rettungsfahrzeuge behinderst, wird es besonders teuer. Hier fällt eine Strafe von 60 Euro an.
Die höchste Strafe bekommen Autofahrer beim Parken auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen. Hier musst du ein Bußgeld von 70 Euro zahlen und bekommst einen Punkt in Flensburg.

Sonstige Parkverstöße

Hast du einen Parkplatz gefunden, musst du darauf achten, keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darzustellen. Das kann ansonsten auch als Parkverstoß gezählt werden und Bußgelder nach sich ziehen.
Gefährdest du zum Beispiel beim Ein- oder Aussteigen andere Verkehrsteilnehmer, musst du eine Strafe von 20 Euro zahlen. Mit Sachbeschädigung sind es 25 Euro.
Etwas weniger musst du bezahlen, wenn du dein Fahrzeug ohne Vorsichtsmaßnahme zur Vermeidung von Unfällen oder Verkehrsstörungen verlässt. Dabei entsteht ein Bußgeld von 15 Euro. Mit einer Sachbeschädigung werden es 25 Euro.

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Der Bußgeldkatalog im Überblick