Zündkerzen wechseln – So geht's!

Die Zündkerzen in Fahrzeugen sollten laut Fachmann regelmäßig gewechselt werden. Hier ist ein Besuch bei der Werkstatt nicht unbedingt nötig, denn du kannst die Zündkerzen auch selbst austauschen. Es gilt allerdings Vorsicht und ein gewisses Know-How wird vorausgesetzt. Dieses Wissen und weitere hilfreiche Informationen zum Aufbau von Zündkerzen und wie sie fachgerecht eingebaut werden findest du hier.

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Zündkerzen
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Was genau sind Zündkerzen?

Die Zündkerze spielt im Ottomotor eine wichtige Rolle. Sie entflammt das vom Vergaser oder der Einspritzanlage aufbereitete Kraftstoff-Luft-Gemisch eines Benzinmotors, startet ihn und hält ihn am Laufen. Nach der Zündung erzeugt das Gemisch einen Explosionsdruck, der für den Motorantrieb wichtig ist. Damit das funktioniert, zündet sie in einer Minute mehrere tausend Mal. Jeder Zylinder verfügt über eine eigene Zündkerze. Es gibt allerdings Fahrzeuge, die sogar zwei Zündkerzen pro Zylinder besitzen.

Zur Entzündung des Gemisches wird ein Funken produziert. Dieser entsteht an einer Masseelektrode, die sich am Gewinde der Zündkerze befindet. Das notwendige Gegenstück, die Mittelelektrode befindet sich im Inneren. Beide Elektroden werden durch einen weißen Isolator aus Keramik voneinander getrennt. Der Funken muss von der Masse- zur Mittelelektrode überspringen um ausreichend Hitze zur Entzündung entstehen zu lassen. Die Hitze sorgt auch dafür, dass die Zündkerze automatisch von den anfallenden Rückständen der Verbrennung befreit wird und nicht so schnell verschleißt.

Allerdings besteht ein stärkerer Verschleiß, als an den umgebenden Teilen des Motors, aufgrund der kontinuierlichen Funken- und Hitzebildung. Aus diesem Grund ist die Zündkerze ein kleines, einfach austauschbares Teil und keine fest installierte Komponente des Motors.

Zündkerzenwechsel
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Zündkerzen sollten bei einer Laufleistung zwischen 30.000 und 60.000 km überprüft und gewechselt werden.


Aufbau von Zündkerzen

Die Zündkerze besteht aus einem Metallkern, der in einem Isolator aus Keramik steckt. Ein Metallmantel, der aus einem Gewinde besteht, umgibt diesen Metallkern. Das Gewinde wird in den Zylinderkopf gedreht und nimmt den Zündkerzenstecker auf. So ist das einfache Ein- und Ausbauen möglich.

Worin unterscheiden sich Zündkerzen?

Äußerlich lassen sich zwei Arten von Zündkerzen unterscheiden. Es gibt welche mit oder ohne Dichtring. Je nach Motor weisen Zündkerzen aber auch noch weitere Merkmale auf: Die Steigung und der Durchmesser des Gewindes der Zündkerze, die Länge der kompletten Zündkerze, die Anzahl der vorhandenen Elektroden, der Elektrodenwerkstoff sowie der Wärmewert. Letzterer beschreibt die maximale Belastbarkeit der Temperatur. Diese Wärmewerte ergeben sich aus der Fähigkeit einer Zündkerze, Wärme an den Zylinderkopf abzuleiten. Ist der Wärmewert einer Zündkerze zu hoch, kann unter Umständen die erforderliche Temperatur zum Freibrennen nicht erreicht werden, sodass es zu Ablagerungen an der Zündkerze kommen kann.

Der verwendete Elektrodenwerkstoff ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal bei Zündkerzen. Normalerweise besitzen die herkömmlichen Zündkerzen eine Eisen-Nickel-Chrom-Legierung. Es können aber auch Edelmetalle wie Iridium, Platin oder Silber zum Einsatz kommen. Die verschiedenen Werkstoffe haben Einfluss auf die Standhaftigkeit der Temperatur, sowie die generelle Haltbarkeit der Zündkerze und somit auch auf die Häufigkeit der Wechselintervalle. Es gibt neben der Standard-Zündkerze, die nur eine Masseelektrode besitzt, auch welche, die mehrere Masseelektroden aufweisen. Der Vorteil bei diesen besteht darin, dass sich der Zündfunke immer den kürzesten Weg sucht. Liegt ein Verschleiß oder Defekt in einer Elektrode vor, kann der Strom über eine andere, funktionierende Masseelektrode fließen.

Wie erkenne ich defekte Zündkerzen?

Wenn die Zündkerzen defekt sind, kann das Gemisch im Zylinder nicht mehr richtig entzündet werden. So kommt es zu Zündaussetzern. Du kannst es am Ruckeln des Motors oder sogar am Ausfall eines Zylinders erkennen. Der Motor läuft unrund oder startet schlecht. Als Folge dessen erhöht sich der Spritverbrauch und die Leistung des Wagens wird reduziert. An den Zündkerzen selbst kannst du den Defekt ebenfalls identifizieren. Normalerweise haben sie eine rehbraune und gleichmäßige Farbe. Ein Hinweis auf Fehlfunktionen sind Ablagerungen oder Verkrustungen an den Elektroden.

Wann und wie oft sollte ich Zündkerzen auswechseln?

Wenn du merkst, dass der Motor deines Fahrzeugs ruckelt oder sich der Spritverbrauch erhöht, solltest du die Zündkerzen überprüfen und gegebenenfalls wechseln. Spätestens einmal im Jahr sollten die Kerzen kontrolliert werden. In der Regel empfiehlt sich ein Tausch alle 40.000 Kilometer. Es gibt aber auch Zündkerzen, die erst nach 100.000 Kilometern ausgetauscht werden müssen. Die genauen Wechselintervalle kannst du im Handbuch deines Fahrzeugs nachsehen.


Zündkerzen selbst wechseln – In wenigen Schritten

1. Die richtigen Zündkerzen für dein Fahrzeug finden

Über die Motorkennbuchstaben und die Schlüsselnummer oder mit Hilfe des Fahrzeughandbuchs kannst du herausfinden, welche Zündkerzen in dein Auto passen. Die meisten Hersteller von Zündkerzen bieten eine Übersicht an, die passende Zündkerzen zum jeweiligen Fahrzeugmodell liefern. So lässt sich bei Herstellern wie Beru, Bosch, Champion und NGK schnell herausfinden, welche Kerze die richtige für dein Auto ist.

2. Das richtige Werkzeug

  • Zündkerzennuss mit Gummieinlage
  • Ratsche/Knarre mit einer Verlängerung
  • Drehmomentschlüssel
  • Druckluft oder Pinsel
  • Gereinigter Lappen

3. Was du vorher beachten musst

  • Motor muss abgekühlt sein (Zündkerze und Zylinderkopf dehnen sich bei Wärme aus. Es kann passieren, dass sich die Zündkerze festsetzt wenn sie in einen heißen Zylinderkopf geschraubt wird.
  • Zündung des Motors muss ausgestellt sein.
  • Massepol der Batterie muss abgeklemmt sein.
  • Personen mit einem vorgeschädigten Herzen oder einem Herzschrittmacher dürfen nicht an Zündanlagen arbeiten – auch für gesunde Personen kann das Berühren von heißen Teilen der Zündanlage (bei eingeschalteter Zündung) lebensgefährlich sein.

4. Zugang zu Zündkerzen herstellen

Die Motorhaube öffnen.

5. Zündkerzenstecker abziehen

Die Kerzenstecker sind je einem Zylinder zugeordnet und müssen nach dem Wechsel wieder am selben Zylinder befestigt werden. Nun ist der obere Teil der Zündkerze zu sehen, der aus einer Anschlussmutter, einer Keramikummantelung und einer Sechskantmutter besteht.

Mann hält Zündkerze in der Hand
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6. Reinigen

Zündkerzenschacht mit Druckluft ausblasen oder mit einem harten Pinsel reinigen.

7. Abschrauben

Zündkerzenschlüssel auf die Anzugsmutter stecken und Zündkerze herausschrauben. Hier gilt Vorsicht, das Gewinde im Zylinderkopf darf nicht beschädigt werden.

8. Gewinde reinigen

Verunreinigungen im Zündkerzengewinde mit einem Lappen entfernen.

9. Eindrehen

Neue Zündkerze von Hand eindrehen. Mit leichtem Druck etwa eine Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn drehen. Die Gewinde der Kerze und des Zylinderkopfs passen sich richtig an. Danach in die richtige Richtung eindrehen.

10. Anziehen

Mit dem Drehmomentschlüssel festziehen. Achtung: ein zu festes Anziehen der Zündkerze kann zu einer Zerstörung des Gewindes führen. Schlimmstenfalls muss dann der komplette Zylinderkopf gewechselt werden.

11. Zum Schluss

Den Kerzenstecker auf den Schluss der Zündkerze stülpen.


Kosten und Fazit

Eine herkömmliche Zündkerze kostet zwischen zwei und 20 Euro. Die Kosten sind variabel, denn die Anzahl der Zündkerzen ist abhängig von der Anzahl der Zylinder des Motors. Es gibt auch Motoren mit einer Doppelzündung, die zwei Zündkerzen pro Zylinder erfordern. Thermisch hochbeanspruchte Motoren benötigen spezielle Zündkerzen die zu Hochleistungen fähig sein müssen – in Wechsel der Zündkerzen ist hier ebenfalls teurer und man sollte sich einen Fachmann dazu holen.