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Autounfall – Was tun?


Wem ist es noch nicht passiert? Es wird plötzlich stark gebremst, man reagiert zu spät oder man ist abgelenkt: und schon kracht es. Im Jahr 2018 kam es zu 2,3 Millionen Autounfällen mit Sachschäden als Folge. Viele Verkehrsteilnehmer sind sich immer noch nicht ganz sicher, wie man sich nach einem Unfall verhalten muss. Eines vorweg: Es ist sehr wichtig, umsichtig, ruhig und überlegt zu handeln. Auch bei kleinen Blechschäden ist eine detaillierte Unfalldokumentation unabkömmlich, denn es kann schnell teuer werden. Und was gibt es besonders in der kalten Jahreszeit zu beachten, wenn Glatteis und Schnee das Unfallrisiko erhöhen?

Lesedauer: 5 Minuten

Mann telefoniert an einer Unfallstelle
© Paolese/Fotolia

Ruhe bewahren und Situation einschätzen

Wichtig ist, dass du zunächst einmal Ruhe bewahrst. Ein paar Mal tief durchatmen und versuchen, die Situation erstmal richtig einzuschätzen. Zuerst musst du für deine eigene Sicherheit sorgen. Gibt es Verletzungen? Wer und wie viele sind involviert? Ist es zu einem Schaden gekommen? Wenn am Unfall niemand anderes beteiligt war, wie zum Beispiel beim Fahren gegen ein geparktes Fahrzeug, darfst du dich erst nach 30 Minuten Wartezeit von der Unfallstelle entfernen. Taucht der Fahrzeugbesitzer nicht auf, musst du deine Kontaktdaten hinterlassen und den Fall der Polizei melden.

Absicherung der Unfallstelle

Das richtige Absichern des Unfallortes hat höchste Priorität und signalisiert anderen Verkehrsteilnehmern, dass hier Vorsicht geboten ist. So werden weitere Unfälle verhindert. Schalte als erstes die Warnblinkanlage ein. Dann solltest du eine Warnweste anziehen und ein Warndreieck in etwa 50 Metern Entfernung im Stadtgebiet und in ungefähr 100 Metern Entfernung auf Landstraßen und Autobahnen aufstellen. Es sollte gut sichtbar sein, insbesondere vor schlecht einsehbaren Kurven. Wenn dein Fahrzeug noch fahrtüchtig und nur geringfügig beschädigt ist, kannst du es aus der Gefahrenzone bewegen. Ist es zu einem größeren Schaden gekommen, solltest du keine Unfallspuren beseitigen bis der Unfall aufgenommen wurde.

Absicherung der Unfallstelle
© Paolese/Fotolia

Erste Hilfe leisten und Rettungskräfte alarmieren

Auch bei Unfällen, die auf den ersten Blick harmlos sind, solltest du dich vergewissern, dass sich die Unfallbeteiligten nicht verletzt haben. Wenn dies der Fall ist, solltest du Erste Hilfe leisten. Dazu zählt auch das Verständigen des Notrufs. Bei größeren Unfällen oder auch wenn Miet- oder Firmenwagen involviert sind, muss auch die Polizei informiert werden.

Unfallbericht schreiben

Um die Sachlage später klären zu können, muss der Unfall sorgfältig dokumentiert werden. Zusammen mit dem Unfallgegner sollte ein Unfallbericht ausgefüllt werden. Wer sich weigert, macht sich strafbar.

Unfall richtig dokumentieren:

  • Ausweispapiere des Unfallgegners zeigen lassen
  • Wichtige Daten notieren (Kennzeichen, Anschrift, Fahrzeughalter, Versicherer, Vertragsnummer, etc.)
  • Ort und Zeit des Unfalls festhalten
  • Fotos vom Unfall und den beteiligten Fahrzeugen machen
  • Namen und Anschrift von Zeugen aufnehmen
  • Unfallbericht von allen Beteiligten unterschreiben lassen


Die Fotos sollten die Beschädigungen an allen beteiligten Fahrzeugen zeigen sowie die Spuren des Unfallablaufs. Auch den Ort solltest du aus verschiedenen Perspektiven und Entfernungen aufnehmen. Die Papiere des Unfallgegners solltest du ebenfalls sicherheitshalber abfotografieren.

Schaden beim Versicherer melden

Grundsätzlich sollte bei jedem Unfall die Versicherung mit einbezogen werden. Solltest Du Unfallverursacher sein, informiere umgehend deine Versicherer. Vermeide unbedingt Schuldeingeständnisse am Unfallort. Ist der Unfallgegner der Verursacher, setze dich mit seiner und deiner Versicherung in Verbindung. Der Umfang deines gewählten Versicherungsschutzes bestimmt, welche Schäden bei einem Unfall übernommen werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Der Schutz gilt innerhalb der geographischen Grenzen Europas sowie in den außereuropäischen Gebieten, die zum Geltungsbereich der EU gehören. Die Kaskoversicherung ist ein Zusatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung. Eine Vollkaskoversicherung bietet sich bei Neuwagen an –im Schadensfall werden hier alle Kosten übernommen. Bei älteren Autos ist eine Teilkaskoversicherung der Standard, bei der der Versicherte einen Teil der aufkommenden Kosten selbst tragen muss.

Abschleppdienst rufen

Bevor du nach einem kleinen Unfall weiter fährst, musst du die Verkehrssicherheit deines Fahrzeugs prüfen und gegebenenfalls die Unfallstelle säubern. Sollte Benzin oder Öl ausgetreten sein, musst du die Feuerwehr beauftragen. Glasscherben und andere lose Gegenstände kannst du selbst entfernen. Und vergiss dein Warndreieck nicht!

© Tadas_Zvinklys

Nach einem Unfall ist es sehr wichtig, alles sorgfältig zu dokumentieren.


Was macht der Gutachter?

Bei gravierenden Schäden beauftragt die Versicherung in der Regel einen Gutachter, der sich das Fahrzeug persönlich anschaut. Er dokumentiert die Ausstattung sowie die Schäden deines Fahrzeugs. Dazu nimmt er selbst Fotos auf. Letztendlich gibt er eine Einschätzung über den verbleibenden Wert des Fahrzeugs ab.

Checkliste “das musst du im Auto haben”

  • Verbandskasten
  • Versicherungsunterlagen
  • Smartphone
  • Warnweste
  • Warndreieck
  • Papier und Stift

Autounfall im Winter – was ist zu beachten?

In der kalten Jahreszeit wird besonders umsichtiges Fahren gefordert. Bereits bei der Auswahl der richtigen Bereifung kannst du das Unfallrisiko mindern. Ist man im Winter mit Sommerreifen unterwegs kann es ein Bußgeld von 60 Euro oder höher geben. Das erhöht sich sobald eine Verwicklung in einen Unfall besteht. Im Falle eines Unfalls bei Schnee und Eis stellt sich die Frage nach der Haftung. Solltest du durch schlecht befahrbaren Untergrund die Kontrolle über dein Fahrzeug verloren haben, trägst du zumindest eine Mitschuld.

Die größten Unfallgefahren im Winter:

  • Unvorsichtige Verkehrsteilnehmer
  • Unzureichender Winterdienst
  • Schlaglöcher
  • Eingeschränkte Sicht
  • Sommerreifen

In der Regel kannst du dich bei einem Unfall auf deine Kfz-Haftpflichtversicherung verlassen. Jedoch musst du als Verursacher die Kosten für Schäden am eigenen Fahrzeug selbst tragen. Die Versicherung ist außerdem nicht verpflichtet, den Schaden zu regulieren, wenn der Unfall durch zu schnelles Fahren bei Glatteis, durch Fahren mit Sommerreifen oder durch schlechte Sichtverhältnisse entstanden ist. Wenn du dein Auto wintergerecht aufgerüstet hast, stehst du meistens auf der sicheren Seite.

Mangelnder Winterdienst

Auf größeren Parkplätzen wird häufig nur eingeschränkter Winterdienst betrieben. Auch hier kann es beim Rangieren, Bremsen und Zurücksetzen zu Unfällen mit Blechschäden kommen. Wie sieht es in so einem Fall mit der Haftung aus? Der Betreiber eines öffentlichen Parkplatzes ist grundsätzlich dazu verpflichtet, für ausreichenden Winterdienst zu sorgen und die Verkehrssicherheit zu unterstützen. Er haftet aber erst, wenn er seine Verkehrssicherungspflicht nachweislich verletzt. Kommt es im Winter durch Glatteis also beispielsweise zu einem Auffahrunfall auf einem Parkplatz, solltest du dafür sorgen, dass du den Unfallort fotografierst.

Zwei Männer begutachten einen Autounfall
© pavel_shishkin/Fotolia

Gut zu wissen – Manipulierte Unfälle

Immer öfter treten Fälle auf, in denen kurz nach einem Unfall die Schäden manipuliert und vergrößert werden oder bereits vorhandene Schäden erneut abgerechnet werden. Auch das vorsätzliche Herbeiführen oder Vortäuschen eines Unfalls wird häufiger. Die sogenannten “Autobumser” verwickeln ahnungslose Verkehrsteilnehmer in fingierte Unfälle, um im Nachhinein das Geld der Versicherung zu kassieren. Der Betrüger legt bei einem Unfall der Versicherung des Gegners ein Gutachten vor, dass den Schaden seines Fahrzeugs beziffert. Meist wird der Beitrag dann bereitwillig entgegengenommen, der Schaden aber gar nicht oder nur oberflächlich repariert.

Fazit

Niemand ist vor Unfällen gefeit. Kommt es doch mal dazu, ist es wichtig, schnell, aber dennoch bewusst zu handeln. Im Zweifel solltest du grundsätzlich die Polizei rufen und dich nicht zur schnellen Klärung der Schuldfrage überreden lassen. Die Dokumentation eines Unfalls kann oft entscheidend sein und dir viel Ärger und Kosten ersparen. Gut zu wissen: Wenn du auf dein Auto angewiesen bist, hast du das Recht auf einen Mietwagen.

Rechtliches rund ums Fahrzeug